Minox und 16mm Kassetten selbst füllen

In letzter Zeit führen häufig Suchanfragen zum selbst befüllen von Minox-, Mamiya 16, Minolta 16 oder anderen 16mm Filmkassetten wie Pocketkassetten auf dieses Blog.

Ich will hier fürs erste nur ganz kurz zusammenstellen wie ich vorgehe. Befüllt habe ich bereits alle diese Formate. Sobald ich Zeit habe folgt ein ausführlicherer Artikel dazu. Fragen vorerst einfach per Email an mich richten.

Vorab noch allgemeine Infos. Für alle der oben genannten Formate gibt es soweit mir bekannt keine neuen Filme mehr und somit muss man sich die Kassetten erst auf dem Gebrauchtmarkt besorgen. Auf ebay gibt es gelegentlich alte Filme dieser Formate zu kaufen. Die Kassetten leeren Sie, was bei 16mm (Minolta, Mamiya, etc.) sehr einfach geht und bei Pocket schwierig ist. Letztere müssen Sie vorsichtig mit einem Messer öffnen.
Die nach dem Befüllen mit den Kameras belichteten Filme sollten Sie selbst entwickeln, schon allein deshalb, um die Kassetten wieder verwenden zu können.
Zu Befüllen verwende ich meist den Imagelink Film von Kodak und entwickle selbst.
Sie können natürlich auch jeden anderen Film entsprechend zuschneiden. Je nachdem was Sie mit Ihren Bildern aussagen möchten kann die Körnigkeit gewünscht sein.

Minox Kassetten:
Hier gibt es keine Filme in der entsprechenden Breite zu kaufen. Man muss sich also die Filme selbst zuschneiden. Das Gerät dazu gab es von Minox und Acmel (ich habe noch keines in der Hand gehabt, die sind sehr selten) oder man kauft eines hier*1oder man baut sich selbst eines. Letzteres habe ich gemacht und es funktioniert ganz gut.
Hat man den Film auf die entsprechende Breite geschnitten (9,2mm) misst man die Länge ab, rollt ihn klein ein und packt ihn die Patrone.
Zum Schluss klebt man noch den Film an die Aufwickelspule. Beachten Sie, dass abhängig von der Filmlänge der Durchmesser der Aufwickelspule variiert.
Entwickeln kann man ihn in der Schale oder auf einer entsprechenden Spule von Jobo oder stilgerecht in einer Minox Entwicklungsdose.
Update März 2014: *1
Auf ebay wird der Slitter anscheinend nicht mehr angeboten. Es gibt aber laut diesem Forumsbeitrag eine Kontaktadresse zum Hersteller.

16mm Kassetten:
Diese 16mm Kameras gab es von verschiedenen Herstellern. Bekannt sind Minolta (Minolta 16 Kamera) und Mamiya mit der Mamiya 16, die auch von Revue vertrieben wurde. Minolta und Mamiya Kassetten sind nicht kompatibel!
Zum befüllen verwende ich 16mm Film Kodak Imagelink. Das funktioniert sehr gut. Ansonsten geht es wie bei Minox. Das Ankleben an die Aufwickelpatrone kann man dann auch bei Licht machen, da die beiden Patronenfächer getrennt verschlossen werden.
Entwickelt wird in der Schale oder auf einer 16mm Spule z.B. von Jobo.

Pocketkassetten:
Hier ist das befüllen etwas komplizierten. Erst einmal benutzen die meisten Pocketkameras die Perforation um den Transport zu steuern. Die Pentax Auto 110 benötigt dies nicht unbedingt, die Rollei A110 kann man auch mit nicht perforiertem Film betreiben. Aber auch diese Kameras haben einen kleinen Hebel, der in die Perforation greift und den Weitertransport nach einem Bild stoppt.
Unperforierter Film führt nun dazu, dass bei Verwendung von 16mm Kinofilm, der nicht im für das Pocketformat im richtigen Abstand perforiert, der Filmtransport zu früh angehalten wird. Verwendet man solchen Film, muss auf jedenfalls der Hebel in der Kamera abgeklebt werden. Bei unperforiertem Film wie dem Imagelink führt das dazu, dass die Abstände der Bilder nicht stimmen, was aber für mich kein Problem ist. Bei der Rollei A110 führt unperforiertenFilm dazu, dass bei jedem Öffnen der Kamera der Film um ein Bild weiter transportiert wird.
Nun kurz zum befüllen: Pocketfilm hat ein Rückpapier. Man muss also den Film zusammen mit dem Rückpapier aufwickeln. Das geht erst nach einiger Übung. Das Verschließen der Patronen ist auch erst mit etwas Übung zu bewerkstelligen. Am besten sehen Sie sich beim Öffnen der Patrone genau an, wie der Film gewickelt und befestigt wird.
Die Pocketkassetten sind mit 2 Empfindlichkeiten kodiert, 80 ASA und 400 ASA und es gab sie mit verschiedener Länge. Das ist beim Befüllen der Kassetten zu beachten. Entwickelt wird wie bei 16mm Film

Ich muss hoffentlich nicht erwähnen, dass der gesamte Schneide- und Füllvorgang bei absoluter Dunkelheit erfolgen muss.

Soweit erst einmal ein kurzer Überblick, ein ausführlicherer Artikel kommt sobald ich Zeit habe. Bei Fragen einfach eine Mail an mich.

Lizenz Creative Commons Lizenzvertrag

Links:
Minolta 16
Mamiya 16
Digitalisierung von Negativen, Dias, Bildern
Bauanleitung für ein Filmschneidegerät
Noch eine Bauanleitung
Infos zu Minox und 16mm Filmen (submin.com)